Glengamoi · AspHeute (Artikel) · .NET Heute (RSS-Suche) · .NET Blogs · Glengamoi Suche (Installieren via Klick)

Glengamoi

Die Diskussionsforen der deutschen .NET Community
Willkommen bei Glengamoi. Anmeldung | Registrieren | Hilfe
in Suchen

BLfH

Rezension: Framework Design Guidelines: Conventions, Idioms, and Patterns for Reusable .NET Libraries (2nd Edition)

Für einen Anwendungsentwickler (egal in welchem Layer) drängt sich bei diesem Buchtitel die Frage auf "Ich schreibe ja keine Klassenbibliotheken, wozu sollte ich das Buch brauchen?". Vor allem dann, wenn eine "Light-Version" im SDK zu finden ist, unter dem Titel Design Guidelines for Developing Class Libraries

Genau dort habe ich es zuerst gelesen (irgendwann zu Urzeiten von .NET), es war nach der C# Language Specification so ziemlich das zweite Dokument das ich end-to-end gelesen hatte. Und es war mir schon damals sehr nützlich um die Naming Guidelines im Framework zu verstehen, oder was warum wie designed wurde. Noch nützlicher wurde dieses Wissen als FxCop herauskam, der die eigenen Projekte gegen die Guidelines abklopfte. Denn er kann ein paar Dinge mehr als die Design Guidelines abstecken - er findet auch Sicherheitsprobleme wie zum Beispiel SQL Injection-anfälligen Code.

Nach dieser langen Einleitung kommen wir nun zur Toter-Baum Edition - der zweiten wohlgemerkt - des Buches Framework Design Guidelines. Im Englischen gibt es einen netten Ausdruck der den Zustand meines Exemplars bezeichnet: "dogeared to death" (mit Lesezeichen übersäht klingt bei weitem nicht so spannend). Der Leuchtmarker und PostIt Indizes waren meine Waffen beim Lesen dieses Buches, und es war vor allem eine (für Entwickler) unterhaltsame Lektüre - denn die Guidelines sind mit Anekdoten, Best Practices oder schlicht Erfahrungen von Industriegrößen kommentiert (aus dem Framework Team und außerhalb von Microsoft). Gerade das war für mich das wertvollste: wie hat sich das bewährt, wo gab es notierenswerte Ausnahmen und wieso, und warum hat es weh getan wenn man mal darauf verzichtet hat. Es heißt zwar immer daß man nur aus eigenen Fehlern lernt, man darf's aber auch mal mit denen anderer Leute probieren.

Dieses Buch sollte jeder Entwickler lesen, der für .NET Applikationen schreibt. Nein, es ist nicht nur für Entwickler von wiederverwendbaren Bibliotheken gedacht. Die Zeit, die ein Anwendungsentwickler in das Lesen dieses Buches investiert, amortisiert sich in kürzester Zeit. Man versteht das .NET Framework besser (und findet die richtigen Klassen), man schreibt schlicht besseren Code, man verwendet Exceptions richtig, weiß wie die async Pattern entstanden sind (und warum es davon mehrere gibt, und wann wo welche zum Einsatz kommen), sowie vieles, vieles mehr (WPF Dependency Properties Design als auch LINQ sind in der Second Edition mit an Bord).

Dieses Buch streitet sich um den Nummer 1 Platz in meiner Liste "Muß man als .NET Entwickler gelesen haben" (Design Patterns wäre ein zweites). Und sei es nur daß man so nützliche Dinge lernt wie Template Methods (9.9, Seite 354).

6 von 5 Punkten ;-)

Veröffentlicht Jan 16 2009, 07:57 von Christoph Wille
Abgelegt unter:

Kommentare

Keine Kommentare